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Ilmenau Radtour zu Kirchen und Denkmälern - 30 km

Sie starten diese Tour beim Rathaus der Samtgemeinde in Melbeck Am Diemel und fahren über die Bundesstraße 4 in den Nachbarort Deutsch Evern. Dort befahren Sie die Melbecker Straße, Am Bahnhof und Tiergartenstraße, sehen rechter Hand die Bahnstrecke und das Feuerwehrgerätehaus der Ortswehr Deutsch Evern und überqueren dann die Bahn in östliche Richtung. Hier ist der alte Ortskern von Deutsch Evern. Auf der rechten Seite ist ein Einkaufszentrum und nach ca. 200 m die Kirche der Kirchengemeinde Deutsch Evern.

Das älteste Zweiständerhaus des Landkreises steht in Deutsch Evern und ist die Kirche der dortigen Kirchengemeinde. Es wurde 1665 erbaut. Auf dem Spruchbalken über der Tür steht:

WER GOT VERTAWET HAT WOL GEBAWET IM HIMMEL UND AUF ERDEN

WER SICH VERLESTH AUF IESUM CHRIST DEM MUS DER HIMMEL WERDEN

Die Erbauer Hans Heitmann und Anna Meyers ließen darunter schreiben:

BAWEN IST EIN FEINER LUST ABER ICH HABE NICHT GEWUST

DAS ES HETTE SO VIEL GEKOST AD 1665

Bis in die 1960iger Jahre lebten dort Menschen und Tiere unter einem Dach. Dann verfiel das Haus. Pastor Schnabel entdeckte es beim Milchholen zu einer Zeit, als die Gemeinde einen größeren Kirchenraum suchte, weil die Kapelle zu klein geworden war für die Gottesdienste.

Die Kirchengemeinde kaufte das Haus 1987 und versetzte es auf den Hengstberg. Balken und Mauerwerk wurden nur geringfügig ergänzt. Die Räume wurden original erhalten. Der Lüneburger Architekt Heinz Meyer plante die Umsetzung und die Renovierung. Die Zimmerei Strauer aus Wendisch Evern versetzte das Haus und das Baugeschäft Mennerich besorgte die Maurerarbeiten. Viele Menschen aus der Gemeinde haben Ziegel geputzt und bei dem Wiederaufbau geholfen. Auch die damals 80jährigen Kopflinden am Seiteneingang des Hauses wurden an die neue Stelle verpflanzt. Aus dem Menschenhaus wurde ein Gotteshaus.

Der Bildhauer Friedrich Press, der zuvor in Dresden den Altar der Hofkirche gestaltet hatte, vollendete in Deutsch Evern sein letztes Werk. Wo früher die Feuerstelle war, steht jetzt aus Eiche gehauen der Altar zum Thema GESETZ UND EVANGELIUM.

Am Erntedankfest 1989 wurde die Martinuskirche eingeweiht.

Nach Besichtung dieses wunderschönen, einmaligen Gotteshauses fahren Sie kurz zurück, dann in die Dorfstraße und gelangen zum Luneray-Platz; hier befindet sich der Ausspann.

Als im Jahre 1782 die kurhannoversche Armee ein Manöverlager in Deutsch Evern abhielt, fehlten überall Quartiere für Gäste und Beobachter. Kurhannoverscher Kriegsminister war Töbing, dem der Zehnte am Heitmannhof gehörte. Da lag es nahe, dass er in eigenem Interesse auf dem Hof des Krügers Heitmann 1785 eine Unterkunft bauen ließ als Ausspann für Reisende und Gäste und Quartier für das Truppenlager im Jahre 1787. Wenn kein Manöver stattfand, war der „Ausspann“ für die durchfahrenden Fuhrleute und für die Reisenden da.

Die Überlandwege von Lüneburg nach Magdeburg und Leipzig und von Hamburg nach Braunschweig und Celle, die sogenannte „Braunschweiger Küchenpost“, führten in der Nähe vorbei und die Fuhrleute nahmen Deutsch Evern als Raststation. Der Bericht über Weggeldeinnahmen auf dem „Secklendorfer Karrenweg“ lässt die ungefähre Verkehrsstärke errechnen: Etwa 16 abgabepflichtige Karren, durchschnittlich mit 2 Pferden bespannt, passierten täglich diese Strecke. Ob Postkutschen regelmäßig verkehrten, lässt sich nicht ermitteln.

Der Bau der Eisenbahn um 1850 brachte für den Frachtverkehr über Land einen großen Einschnitt. Der Ausspann war nun zum großen Teil nur noch für Postreisende nötig. Ende des 19. Jahrhunderts ging der Ausspann in bäuerliche Nutzung über. Heute wird der Ausspann, nachdem er gründlich renoviert wurde, durch einen örtlichen Verein genutzt.

Auf der Dorfstraße gelangen Sie dann zur Unterführung der Bundesbahnstrecke und fahren gen Süden an den Fischteichen vorbei, immer parallel zu dieser Strecke, auf der westlichen Seite Richtung Bienenbüttel.

Bienenbüttel kann auf eine fast 1000jährige Geschichte zurückblicken. Urkundlich erwähnt wird der Heideort zum ersten Male im Jahre 1004. 1978 gewann Bienenbüttel den 1. Preis des Wettbewerbs "Unser Dorf soll schöner werden", im selben Jahr erhielt es das Prädikat "Staatlich anerkannter Erholungsort". Die St.-Michaelis-Kirche von 1837 ist eine klassizistische Saalkirche in Ziegelbauweise. Der Turm des Gotteshauses wurde 1907 angefügt. Auf dem Kirchplatz befindet sich die alte Vogtei, ein Fachwerkgebäude von 1659. Die Wassermühle Bienenbüttel wurde 1288 erbaut und zuletzt durch Turbinen angetrieben. Heute befinden sich in der Mühle Ferienwohnungen für Besucher aus dem In- und Ausland. Die Landschaft um Bienenbüttel wird bestimmt durch das Landschaftsschutzgebiet "Ilmenautal". Weite, von lichten Gehölzen durchsetzte Ebenen wechseln mit dicht bewaldeten Höhen, baumbestandenen Bachläufen und Auen. Die Ilmenau hat hier noch einen recht naturnahen Verlauf.

Die nächsten Stationen Ihrer Radrundtour sind Neu-Steddorf (rechts halten), Neu-Rieste, danach Beverbeck und Barnstedt.

In der kleinen, landschaftlich reizvollen Gemeinde Barnstedt steht die Gutskapelle derer von Estorff. Diese Patronatsfamilie hat das Gotteshaus 1593 errichtet. Im 30jährigen Krieg wurde zwar das Gutshaus zerstört, die Kirche jedoch verschont.

1731 fand eine Versetzung des Fachwerkbaues statt, der zu diesem Zwecke auf Rollen gesetzt wurde. 1893 unternahm Albrecht v. Estorff eine Renovierung der Kapelle, die mehr und mehr durch ihre Baufälligkeit bedroht war. Im Innern des Kanzelaltars befindliche Malereien sowie eine Kassettenmalerei an der Decke, die noch aus der Zeit der Gebäudeverschiebung stammt, konnten über die Zeit erhalten bzw. wieder freigelegt werden.

1985 restaurierte Klaus v. Estorff mittels Zuschüsse unter anderem den alten Fliesenboden und ließ das charakteristische Fachwerk der Giebelfront wieder sichtbar werden.

Seit dieser Zeit gibt es auch den “Musischen Förderverein Barnstedt”. Dieser Verein veranstaltet vor einem Auditorium von nah und fern regelmäßig Kammerkonzerte und Dichterlesungen mit namhaften Künstlern und Autoren. Die Schönheit dieses kirchlichen Raumes, seine hervorragende Akustik und die private Atmosphäre der Barnstedter Gutskapelle, sie ziehen immer wieder Musiker und Rezidatoren und ihr Auditorium in den Bann. Kleine Gemeinden, die sich ganz dem Wohlklang von Musik und Sprache zuwenden, sind in lärmerfüllten Zeiten selten geworden.

Ihre Radtour führt nun Richtung Embsen am Sportplatz in Barnstedt vorbei zur Straße Bokenkamp, auf der Sie über Kolkhagen wieder nach Melbeck zurückkommen.

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