Samtgemeinde Ilmenau
Wappen der Region
Heiraten in der Samtgemeinde Ilmenau
Bürger
Tourismus
Wirtschaft
Marktplatz

Ilmenau Radtour im Süden von Melbeck - 15 km

Am Anfang oder am Ende dieser Tour empfiehlt sich eine Besichtigung der Melbecker Mühle, des Melbecker Moores und der mittelalterlichen Wagenspuren südlich von Melbeck, die bei dieser Route nicht angefahren werden.

Es gibt interessante Fakten über diese drei Sehenswürdigkeiten.

Die altdeutsche Fassung der Urkunde über den Verkauf der Melbecker Mühle im Jahre 1265: “Hunerus von Öhme, Ritter und Kriegsmann in Lüneburg, wünschen allen, welchen dies Schreiben wird vorkommen, Glück und Heyll. Bekennen und Bezeugen hier mit und Kraft dieses dass wir neben unser Hausfrauen und mit Wissen und Willen unser Erben verkauft haben unser Erbmühle in Melbeck Frederik Herr in Melbeck und seinen Erben vor sieben Groschen zu besitzen.  – Lüneburg, Anno Domini 1265 am Montag vor Himmelfahrt”.

Das Obereigentum der Mühle verkaufte Huner von Oedeme 1355 an den Abt Ulrich vom St. Michaeliskloster in Lüneburg. Dieser überließ es drei Jahre später dem Kloster “zu bestimmten Zwecken”. Seitdem ist die Mühle Klostermühle gewesen und ihm zehntpflichtig bis zur Ablösung des Zehnten im Jahr 1834.

Eine neue Mühle wurde um die Jahrhundertwende erbaut. 1907 wurde sie durch einen Vorbau erweitert und 1923 durch Wilhelm Hammer aufgestockt.

Zu dieser Zeit wurden u. a. eine Turbine und ein Dieselmotor eingebaut. Aus der alten Oel- und Schrotmühle wurde eine moderne Mühle, die auch Mehl liefern konnte. Bald war die gute Qualität des Melbecker Mehls bekannt und es entstand ein fester Kreis von Bäckerkundschaft in und um Lüneburg.

Jedoch mußte die Mühle im Zuge des allgemeinen Mühlensterbens im Jahre 1975 stillgelegt werden. Nachdem es verschiedene Pläne gegeben hatte, wurden Mühle und Landwirtschaft verkauft.

Als sich die Gemeinde Melbeck in den 1960er Jahren ein Wappen gab, wurde das Mühlrad mit eingebaut.

Moore sind organische Böden, deren Humushorisonte – der fruchtbare Bodenbestandteil – mehrere Meter mächtig sind. Moore entstehen, wenn bei niedrigen Temperaturen, hoher Boden und Luftfeuchte sowie nährstoffarmen Untergrund große Menge pflanzlicher Rückstände anfallen. Diese werden humifiziert – sie vertorfen.

Hochmoore, auch Regenwassermoore genannt, entstehen unabhängig vom Grundwasser. Häufig sind in den Hochmooren Pflanzenreste erkennbar.

Das Melbecker Hochmoor liegt 10 Km südlich Lüneburg und  zeigt interessante Reste einer Moorlandschaft. Die Entstehung des einst 3-4 m mächtigen Moores begann im Spätglatzial  (in der späten Eiszeit vor über 10 000 Jahren) mit Segen- und Braunmoostorf. Nach dessen Ablagerung existierten im Bereich des Moores flache Seen, in denen eine ca. ¾ m mächtige Kieselalgen–Mudde eingeschaltet ist. Darüber entstand ein Bruchwaldtorf, der von einem Übergangsmoortorf und anschließend von einem Hochmoortorf überlagert wird.

Heute kann man leider nur einige übermannshohe Torfblöcke aus dem ehemaligen Hochmoor (88 ha) sehen. Im unteren und mittleren Abschnitt kommen reichlich und schichtenweise dominierend Blätter der Zwergbirke, die in der kühlen Tundralandschaft nach Abzug der Gletscher findig war.

An den Hangfüßen der dortigen Geesthügel im Süden des Gebietes haben sich Übergangsmoore mit einer wesentlich geringeren Torfmächtigkeit von wenigen Metern gebildet. In diesen Heidemooren findet man eine Vielfalt interessanter Pflanzen (die Moorlilie, viele Torfmoosarten und den fleischfressenden Sonnentau). Die wenigen Überreste sind durch die aufkommende Kiefer und eine Entwässerung gefährdet.

In vergangenen Jahrhunderten schrumpfte das Melbecker Moor ungeheuer durch den Torf-abbau zur Gewinnung von Brenntorf. Die Reste eines Stichkanals, der für den Torftransport von dem Moor zur Ilmenau gebaut wurde, sind heute immer noch zu erkennen. Das Salz, das die Stadt Lüneburg berühmt und reich machte, bedeutete fast den Untergang des Melbecker Moors. Salzwerke gehörten zu den größten Holzfressern des 15. Und 16. Jh. Da die Holzvorräte in der Umgebung der Stadt fast ausgeschöpft waren, stellt die Saline im 18. Jh. die Feuerung auf Torf um. Wie wichtig das Melbecker Moor für die Salzproduzenten war, macht deutlich der Bau eines Kanals von der Ilmenau zur Saline, entlang der heutigen Wallstraße.

Heute steht das Melbecker Moor als geobotanisches Naturdenkmal unter Landschaftsschutz. Das Moor ist ein Archiv der Jahrtausende. Im Naturmuseum Lüneburg ist ein Profil des Moorkörpers zu sehen. Vom Landkreis Lüneburg, dem Lüneburger Naturmuseum und dem Förderverein Wirtschaft und Kultur in der Samtgemeinde Ilmenau wurde ein regionales Moorschutzprogramm zur Wiederherstellung und Sicherung der Landschaft initiiert.

Bis in die neuere Zeit war Lüneburg eine der wichtigsten Handelsstädte Norddeutschlands. Das Lüneburger Salz wurde in alle Richtungen Deutschlands gebracht.

Von Lüneburg aus richteten sich sieben Fernwege strahlenförmig in den Südwesten, Süden und Südosten. Einige von denen teilten sich nachher in weitere Wege.

Durch die Gemarkung Melbeck liefen vier von diesen Wegen. Sie wurden nicht gleichzeitig befahren. Alle vier verließen Lüneburg durch das Altenbrücker Tor. Erst an der Furtstelle im Goldbach haben sie sich getrennt. Der älteste ist der Hessenkarrenweg auch Oldenstädter genannt. Die Karrenführer, die den Weg benutzten, stammen meistens aus Hessen. Der Weg verblieb in seiner ganzen Länge auf dem Ostufer der Ilmenau.

Aus dem früheren allein erstandenen Karrenweg bildeten sich im 15. Jh. durch Abspaltung die Frachtwege. Der Frachtweg folgte der Lindenstraße, Uelzener oder Soltauer Straße. Vor Melbeck vereinigten sich beide Wege wieder. Bei dem Verlauf durch die Gemarkung Melbeck handelte es sich noch um eine einzige Wegeführung. Erst in Bienenbüttel teilte sich der Frachtweg wegen der Untergrundverhältnisse in einen Winter- und Sommerweg. Es gibt immer noch Spuren zwischen Melbeck und Grünhagen rechts neben der B 4. Bei Km 9,75 geht rechts im stumpfen Winkel ein Weg ab, der zunächst an einem Feld entlang führt, dann sich im Wald fortsetzt. Nach 500 m führt der Weg in einer leichten Rechtskurve einen Hügel hinauf. Auf der linken Seite, wenige Meter vom heutigen Weg entfernt, sind Spuren zu sehen. Man kann noch erkennen, wie die Fuhrleute versucht haben, die Höhe in einer Kurve zu umfahren. Ein breites Wegeband mit 11 Spuren ist bei Km 11,05 zu entdecken. Nach 100 m im Wald sind rechts von dem Waldweg die Wegespuren zu sehen.

Bruno Ploetz beschreibt die alten Wege als breite Pisten mit Dutzenden von Fahrspuren. Dort wo die Piste durch im Allgemeinbesitz befindliche Heide führte, konnte sie sich auf eine breite von mehreren hundert Metern ausdehnen. Ein ausgezeichnetes Beispiel für “die mittelalterliche Autobahn” ist der “Melbecker Wegefächer”, am Kilometerstein 15,5 gelegen, beiderseits der Landstraße von Melbeck nach Bardenhagen und Ebstorf. Die Breiteausdehnung erreichte über 600 Meter.

Beginnen Sie Ihre Rundfahrt in Melbeck (Samtgemeinde Ilmenau) auf dem Radweg parallel zur Bundesstraße 4 in Richtung Uelzen. Beim nächsten Ort, Grünhagen, biegen Sie rechts ab Richtung Eitzen I, Beverbeck und kommen in westlicher Richtung zur Landesstraße 233. Dieser Straße folgen Sie nur wenige Meter in nördlicher Richtung, um dann sofort wieder links in einen Wirtschaftsweg abzubiegen. Dieser Wirtschaftsweg ist nach wenigen Metern ausgebaut und führt Sie nach Barnstedt. Kurz vor dem Ortseingang treffen Sie rechts auf den Dorfplatz von Barnstedt, den „Schweinerennplatz“.

Barnstedt durchfahren Sie in nördlicher Richtung nach Embsen. In der Ortsmitte von Barnstedt sollten Sie unbedingt die Gutskapelle besichtigen. Am Ortsausgang biegen Sie dann rechts ab in den Bokenkamp und fahren über Kolkhagen zu Ihrem Ausgangsort Melbeck zurück.

Zum Thema
ANZEIGEN
LINK: Sparkasse Lüneburg Willkommen
(https://www.sparkasse-lueneburg.de/)

LINK: Pendlerportal
(http://lueneburg.pendlerportal.de/)

Sie sind Berufspendler und suchen eine regelmäßige Mitfahrgelegenheit?

www.pendlerportal.de