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Auszeit für die Natur: Neue Regeln für Kanutouren

Die Ilmenau soll auch in Zukunft Tieren und Pflanzen einen geschützten Raum bieten. Foto: LKLG(lk/mo) Um Tieren und Pflanzen den notwendigen Lebensraum zu sichern, sollen die Flüsse Luhe, Lopau und Ilmenau künftig besser geschützt werden. Der Landkreis Lüneburg plant, seine Kanu-Verordnung zu erweitern. Demnach sollen die Gewässer zu Himmelfahrt und Pfingsten für Ausflügler gesperrt werden – an diesen stark belasteten Tagen steht die Natur unter besonderem Stress. „Damit wir auch noch in den kommenden Jahren die Artenvielfalt an den Flüssen genießen können, sollten wir ihnen eine kurze Auszeit gönnen“, fasst Stefan Bartscht vom Fachdienst Umwelt zusammen. Er stellte gestern (Montag, 11. Februar 2019) einen Entwurf der Verordnung im Umweltausschuss vor.

„Es ist wichtig, dass die Natur rund um die Gewässer Erholungssuchenden und Kanufahrern erhalten bleibt“, erklärt Stefan Bartscht. „Deswegen wollen wir die bestehenden Regeln des Landkreises Harburg übernehmen.“ Im Nachbar-Landkreis wurde festgelegt, dass die Luhe zu Himmelfahrt und Pfingsten nicht befahren werden darf. An allen anderen Tagen ist der Fluss von 9 bis 18 Uhr freigegeben. Dadurch können Tiere wie Fischotter, Vögel oder Libellen noch bei Tageslicht ungestört Nahrung im und am Fluss suchen. „Diese Änderungen schlagen wir auch für Lopau und Ilmenau vor“, erläutert der Fachdienstleiter. „Außerdem wollen wir feste Ein- und Ausstiegsstellen für Kanufahrer und auch maximale Bootsgrößen vorgeben.“ So sollen Ufer, Böschungen und Flussbett geschützt werden.

Die vorgeschlagene Verordnung ist aus den Erfahrungen der zurückliegenden Jahre entstanden. Immer wieder kam es dazu, dass Ausflugsgruppen in geschützten Gebieten große Schäden verursachten – vor allem an Himmelfahrt und Pfingsten. „An diesen Tagen sind viele Ausflügler betrunken und mit lauter Musik unterwegs, sie verhalten sich leider alles andere als rücksichtsvoll,“ so Stefan Bartscht. Regelmäßig erreichen ihn und seine Kollegen Anzeigen und Fotos von zerstörten Landschaften. Als Beispiel nennt er mit Flaschen verstopfte Nistplätze des geschützten Eisvogels: „Mit dieser Aktion haben die Unbekannten den Lebensraum des Vogels am Ilmenau-Ufer langfristig zerstört.“ Die vorgeschlagenen Regeln sind nach Meinung des Fachdienstleiters nicht zu vermeiden: Jahrelange Informationskampagnen, die auf die Sensibilisierung der Ausflügler zielten, brachten keinen Erfolg. „Wir wissen, dass die Verordnung leider auch die besonnenen Ausflügler trifft“, sagt Stefan Bartscht. „Zum Glück aber ändert sich für sie die meiste Zeit des Jahres nichts.“

Die Verordnung umschließt das Kreisgebiet, ausgenommen davon ist die Hansestadt Lüneburg. Im nächsten Schritt plant der Landkreis Lüneburg ein förmliches Beteiligungsverfahren. Daran nehmen unter anderem Kommunen und Unterhaltungsverbände teil. Die endgültige Entscheidung über den Entwurf trifft der Kreistag Mitte Mai 2019.

Mehr Informationen und Unterlagen zu den Gremien des Landkreises Lüneburg gibt es im Internet unter www.landkreis-lueneburg.de/kreistag.

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