Sie starten beim Rathaus in Melbeck, befahren die Straße Am Diemel in südliche Richtung und gelangen auf dem Heinser Weg über Kolkhagen (Bokenkamp) nach Barnstedt. Hier sollten Sie am Mühlenteich eine Rast einlegen und sich danach die Gutskapelle ansehen.
In den Kirchenbüchern von Embsen wird erstmals ein Müller von Barnstedt erwähnt. Er hieß Johann Ehlbeck und heiratete 1691. Zum damaligen Zeitpunkt gehörte die Mühle zum Rittergut derer von Estorff. Für die Zeit von 1750 bis 1760 wird ein Pächter der Mühle mit dem Namen “Premke” genannt. 1873 geht die Barnstedter Mühle in den Besitz der Familie Premke über, die noch heute Eigentümerin ist. Von 1872 bis 1919 stand auf dem Mühlenberg in Barnstedt eine Windmühle. Man nimmt an, daß schon früher hier eine Windmühle vorhanden war.1899 wurde die Mühle mit einer Wasserturbine gebaut. 1967 wurde der Mahlbetrieb endgültig eingestellt. 1974/75 wurde das alte Bachbett am Mühlengebäude zugeschüttet und im Zuge einer neuen Brücke ein neues Bachbett angelegt. Zum gleichen Zeitpunkt wurden aus der Mühle die beiden Mahlwerke entfernt.
In der kleinen, landschaftlich reizvollen Gemeinde Barnstedt steht die Gutskapelle derer von Estorff. Diese Patronatsfamilie hat das Gotteshaus 1593 errichtet. Im 30jährigen Krieg wurde zwar das Gutshaus zerstört, die Kirche jedoch verschont.
1731 fand eine Versetzung des Fachwerkbaues statt, der zu diesem Zwecke auf Rollen gesetzt wurde. 1893 unternahm Albrecht v. Estorff eine Renovierung der Kapelle, die mehr und mehr durch ihre Baufälligkeit bedroht war. Im Innern des Kanzelaltars befindliche Malereien sowie eine Kassettenmalerei an der Decke, die noch aus der Zeit der Gebäudeverschiebung stammt, konnten über die Zeit erhalten bzw. wieder freigelegt werden.
1985 restaurierte Klaus v. Estorff mittels Zuschüsse unter anderem den alten Fliesenboden und ließ das charakteristische Fachwerk der Giebelfront wieder sichtbar werden.
Seit dieser Zeit gibt es auch den “Musischen Förderverein Barnstedt”. Dieser Verein veranstaltet vor einem Auditorium von nah und fern regelmäßig Kammerkonzerte und Dichterlesungen mit namhaften Künstlern und Autoren. Die Schönheit dieses kirchlichen Raumes, seine hervorragende Akustik und die private Atmosphäre der Barnstedter Gutskapelle, sie ziehen immer wieder Musiker und Rezidatoren und ihr Auditorium in den Bann. Kleine Gemeinden, die sich ganz dem Wohlklang von Musik und Sprache zuwenden, sind in lärmerfüllten Zeiten selten geworden.
Danach führt Sie Ihre Radtour in den ersten Ort der Samtgemeinde Amelinghausen, nämlich nach Betzendorf.
Die Betzendorfer Kirche St. Peter und Paul gehört zu den ganz alten Kirchen im Lüneburgischen Land. Der Kirchturm blickt auf eine über 1000jährige Geschichte zurück, vermutlich ist er sogar aus vorchristlicher Zeit. Seit es hier Christen gibt, versammeln sie sich an diesem Ort – heute meist nur zu Gottesdiensten und Andachten, früher zu fast jeder Gelegenheit des dörflichen Lebens. Hier wurde gezittert, wenn Feinde über das Dorf herfielen und sich Frauen und Kinder hinter die wehrhaften Mauern zurückzogen, hier wurde gefeiert, wenn ein Mensch geboren war und durch die Taufe Christ wurde, hier beriet man sich, fasste Beschlüsse, hier weinte man, wenn Menschen aus der Gemeinde gestorben waren. Und immer wieder betete die Gemeinde und hörte auf Gottes Wort. Manches hat sich aus alter Zeit erhalten, manches in der Ausstattung der Kirche ist in jüngster Zeit hinzugewachsen. Geblieben ist die besondere Atmosphäre dieses Ortes. Die Kirche ist ein Begegnungszentrum, nicht nur von Mensch zu Mensch, sondern auch von Menschen zu Gott. Der Turm unserer Kirche wurde vielleicht schon bald nach dem Friedensschluss Karls des Großen mit den slawischen Wenden 812 errichtet. Vermutlich diente er anfangs nicht religiösen Zwecken, sondern war Teil einer vorchristlichen Wehranlage. Das Land links und rechts der Ilmenau war Grenzland. Die erste Steinkirche wurde vermutlich kurz nach 1341 gebaut. In jener Zeit hatte das Kloster Lüne das Patronat über die Kirche erhalten, nachdem die Kirchengemeinde Betzendorf zunächst mit dem Kloster Ebstorf verbunden war (gegründet von dort aus ca. 1255).
Betzendorf verlassen Sie auf der Straße Auf dem Kuhsteige und gelangen über einen schönen, zum Teil ausgebauten Wirtschaftsweg zum Lopausee und in den Heideblütenort Amelinghausen.
Amelinghausen ist ein bekannter Erholungsort am Rande der Lüneburger Heide und schon über 1000 Jahre alt. Im August/September – zur Heideblüte – wird hier eines der größten Heideblütenfeste gefeiert.
Danach führt Sie Ihre Radtour nach Oldendorf/Luhe und, rechts abgebogen Richtung Marxen, zur Oldendorfer Totenstatt.
Diese über 4000 Jahre alten Grabanlagen finden Sie in der Nähe, wo Luhe und Lopau zusammenfließen. Die Gräber liegen mitten in einem Heidegebiet. Sie sind von unterschiedlicher Größe und Belegungszeit. In den heute noch gut erkennbaren Steingräbern wurde noch während der Jungsteinzeit mehrmals nachbestattet. Es sind auf dem Gelände auch einige Grabhügel aus der Bronzezeit zu finden. Urnen aus der Eisenzeit bezeugen die ungebrochene Tradition der Bestattungen auf diesem für die Region zentralen Friedhof.
Bei den Ausgrabungen sind besondere Grabbeigaben gefunden worden. Diese Artefakte sind zum Teil im Museum in Amelinghausen zu besichtigen.
Auf dem Weg nach Marxen am Berge sehen Sie rechter Hand das Heidegebiet „Marxener Paradies“. Marxen verlassen Sie in östlicher Richtung, in dem Sie auf einem Wirtschaftsweg immer geradeaus fahren, und biegen dann bei der 1. Kreuzung rechts ab nach Drögennindorf. Hier überqueren Sie die Bundesstraße 209 und gelangen auf einem zuerst sehr gut ausgebauten Wirtschaftsweg, vorbei an Heinsen über Embsen und dem Bahnhof Melbeck zu Ihrem Ausgangspunkt zurück.