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Timeloberg und Victory Hill


 “Hier hat der Frieden begonnen.”
Am 4. Mai 1945 kapitulierte die deutsche Wehrmacht bedingungslos auf dem Timelo-Berg vor den Toren Lüneburgs zwischen Deutsch Evern und Wendisch Evern.
Dieser Teilkapitulation folgten wenige Tage darauf in Reims und Karlshorst auch offiziell die spektakulären Un-terschriften unter die katastrophale Niederlage.

Das Mahnmal an den Frieden von Lüneburg auf dem zum “Victory-Hill” umbenannten Timelo-Berg trägt die Inschrift (Übersetzung):

“Hier ergab sich am 4. Mai 1945 bedingungslos eine Abordnung des Oberkommandos der Deutschen Wehrmacht dem Feldmarschall Montgomery mit sämtlichen Land-, See- und Luftstreitkräften in Norddeutschland, Dänemark und Holland.”

Im Zeichen des Kalten Krieges – der Machtbereich des Kreml reichte bis an die Elbe – wurde der Stein auf Weisung von Montgomery nach England transportiert.

Der “Victory-Hill”, für eine Weile Brennpunkt weltgeschichtlicher Entscheidungen, Ausgangspunkt einer langen Friedensperiode und eines unvergleichlichen Aufstiegs aus dem Chaos zurück in die Gemeinschaft freier Völker, dieser Siegeshügel also, er liegt heute fast vergessen wieder als Timelo-Berg Höhe 79 auf dem Standortübungsplatz der Bundeswehr.

1995, 50 Jahre nach Kriegsende, wurde in unmittelbarer Nähe ein Gedenkstein mit folgender Inschrift errichtet:

Kapitulation auf dem Timeloberg
1945       4. Mai       1995
Nie wieder Krieg

Der Victory Hill
(aus dem Buch “Denkmäler, Menschen und Geschichte im Landkreis Lüneburg”
 von Erich Hessing)

Trotz seiner Höhe von 79 Metern über dem Meeresspiegel hebt sich der Timelo-Berg nur wenig von seiner Umgebung ab. Von der flachen Kuppe geht der Blick über die roten Dächer von Wendisch Evern bis zu den Türmen Lüneburgs am Horizont. Der Timelo-Berg gehört zum Übungsgelände der Lüneburger Garnison. So stehen hier oben die Bäume und Büsche ungepflegt und planlos durcheinander. Junge Rekruten robben hier durch den Sand. Sie werden sich wohl kaum Gedanken um die geradezu welthistorische Bedeutung dieses Ortes machen.

Am Ende des zweiten Weltkrieges vollzog hier die deutsche Wehrmacht ihre Kapitulation vor den Westalliierten, die an diesem Abschnitt von dem britischen Feldmarschall Montgomery geführt wurden. Ein dramatisches und leidvolles Kapitel der deutschen Geschichte fand vor den Toren Lüneburgs sein Ende, und niemand wußte, wie es nun weitergehen werde. An diese Stunde Null von damals erinnerte hier einmal ein Denkmal, das Ende der fünfziger Jahre entfernt wurde, das aber seinen Platz in der Reihe unserer Betrachtungen verdient.
Am 3. Mai 1945 wurde Montgomery in seinem damaligen Hauptquartier in Häcklingen zwischen Lüneburg und Melbeck von einer Abordnung des Oberkommandos der Wehrmacht die deutsche Kapitulation angeboten. “Es war ein denkwürdiger Augenblick”, schreibt der britische Feldmarschall, der die deutsche Delegation absichtlich ein paar Minuten unter dem im Winde flatternden Union Jack hatte warten lassen, bevor er aus seinem Wohnwagen trat.

“Die Deutschen kamen, um sich zu ergeben. Der Krieg  war zu Ende.”

Stets auf Wahrung des britischen Prestiges und seine persönliche Publicity bedacht, bestimmte er den wie zum Feldherrenhügel geschaffenen Timelo-Berg zum Schauplatz der Kapitulationszeremonie. Hier ließ er ein großes Armeezelt aufstellen und lud die zu seiner Heeresgruppe gehörenden Journalisten von Zeitung und Rundfunk ein, Zeugen des historischen Augenblicks zu sein.

Um 18 Uhr am 4. Mai 1945 wird die deutsche Abordnung unter Generaladmiral von Friedeburg in das Zelt geführt. Die Einrichtung ist betont schlicht: eine Tischplatte auf Böcken mit einer wollenen Kommißdecke, darauf ein Tintenfaß und ein gewöhnlicher Federhalter, zwei Mikrofone des britischen Rundfunks.
Montgomery verliest die Kapitulationsurkunde in englischer Sprache und ruft danach die deutschen Offiziere dem Range nach zur Unterschrift auf. Wortlos setzten sie ihre Namen unter das Dokument. Als letzter unterschreibt Montgomery. Um 18.20 Uhr ist die Zeremonie beendet. Am folgenden Morgen um 8 Uhr tritt die Kapitulation in Kraft. Die Waffen schweigen.
Obwohl nur eine Teilkapitulation wie die in Italien und Süddeutschland vorangegangenen Abmachungen, bedeutet der Akt auf dem Timelo-Berg doch praktisch das Ende des Krieges, da vor Montgomery alle noch im Westen stehenden deutschen Verbände kapitulierten.
Montgomery taufte den schlichten Timelo-Berg in “Victory Hill” (Siegeshügel) um und ließ später dort einen weißen Gedenkstein mit einer Bronzetafel aufstellen, deren englischer Text ins Deutsche übertragen lautete:

 “Hier ergab sich am 4. Mai 1945 bedingungslos eine Abordnung des Oberkommandos der deutschen Wehrmacht dem Feldmarschall Montgomery mit sämtlichen Land-, See- und Luftstreitkräften in Nordwestdeutschland, Dänemark und Holland.” 

1955 wird die Platte eines Nachts von unbekannter Hand gestohlen. Ob es einer tat, der Denkmal und Inschrift als “Schande” für Deutschland empfand? Er hätte dann wissen müssen, daß man seine nationale Vergangenheit nicht verdrängen kann, sondern sich ihr stellen und sie bewältigen muß.

Ein Duplikat der Tafel wurde angefertigt. Als Montgomery 1958 noch einmal die Stätte seines größten Triumphes aufsuchte, ordnete er an, das Denkmal in das Royal Military College im englischen Sandhurst zu überführen, wo er einmal seine militärische Laufbahn als Kadett begonnen hatte. Die beiden schwersten Kräne der britischen Rheinarmee wurden benötigt, um den neun Tonnen schweren Stein aus seinem Fundament zu heben und fortzuschaffen. Seitdem ist aus dem Victory Hill wieder der Timelo-Berg geworden. Einen Augenblick lang hatte ihn ein Hauch der Weltgeschichte gestreift.


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